Eindruck vom RiskShield Networking Event 2026
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Beyond Borders: Menschen, Perspektiven und Wissen verbinden

12.10.2026 Tyrone Castelanelli

Grenzen schaffen Lücken. Zusammenarbeit schließt sie. Das war eine der zentralen Erkenntnisse des 10. International RiskShield Networking Events. Zwei Tage voller Gespräche und Austausch machten deutlich: Wer Finanzkriminalität wirksam bekämpfen will, muss zunehmend das miteinander verbinden, was bislang häufig getrennt betrachtet wurde.

Wo Grenzen Chancen schaffen

Unweit des Austragungsortes in Vaals, wo die Niederlande, Belgien und Deutschland aufeinandertreffen, existierte einst ein kleines Gebiet namens Neutral-Moresnet. Mehr als ein Jahrhundert lang unterlag dieses ungewöhnliche Territorium besonderen Regelungen zwischen den Nachbarstaaten. Unterschiedliche Gesetze und Zuständigkeiten eröffneten dabei auch fragwürdige Handlungsspielräume, unter anderem für den Schmuggel.

Mehr als 200 Jahre nach seiner Entstehung ist diese Geschichte überraschend aktuell. Denn auch heute verstehen es Finanzkriminelle, Lücken zwischen Systemen, Rechtsräumen und Zuständigkeiten gezielt auszunutzen.

Ein passender Gedanke für unser 10. International RiskShield Networking Event, das am 29. und 30. September 2026 auf Kasteel Vaalsbroek unter dem Motto „Beyond Borders: Teaming up against financial crime“ stattfand.

Rückblickend hätte das Motto kaum treffender sein können.

Finanzkriminalität bekämpfen: Zusammenhänge erkennen

Eine Erkenntnis zog sich durch das gesamte Programm: Finanzkriminalität wird immer stärker vernetzt betrieben. Unsere Abwehr muss es ebenfalls werden.

Betrug, Geldwäsche, Cyberkriminalität und Social Engineering sind längst keine voneinander unabhängigen Phänomene mehr. Kriminelle kombinieren unterschiedliche Methoden, nutzen technologische Möglichkeiten und agieren über Organisations- und Ländergrenzen hinweg. Die Informationen, die zur Bekämpfung dieser Aktivitäten zur Verfügung stehen, sind dagegen häufig noch fragmentiert.

Diese Herausforderung prägte viele unserer Diskussionen, von der wachsenden Bedeutung gemeinschaftlich genutzter Erkenntnisse und Informationen bis hin zum zunehmenden Zusammenwachsen von Betrugsprävention und Cybersicherheit.

Besonders deutlich wurde dies beim Thema Network Intelligence. Initiativen wie der FPAD-Service von EBA CLEARING zeigen, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn der Blick über die Grenzen einzelner Finanzinstitute hinaus für die Betrugserkennung bieten kann. Die Praxisberichte auf unserem Event unterstrichen dabei, dass der größte Nutzen entsteht, wenn solche übergreifenden Erkenntnisse mit dem vorhandenen Fachwissen und den etablierten Entscheidungsprozessen der Institute kombiniert werden.

Auch die KI war ein wiederkehrendes Thema. Ob bei der Unterstützung von Compliance-Analysten oder beim besseren Verständnis und der Verwaltung komplexer Regelwerke: Die Möglichkeiten sind vielfältig. Gleichzeitig wächst die Verantwortung, Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und unter menschlicher Kontrolle zu halten.

Diese Diskussionen schlugen zugleich die Brücke zur Zukunft von RiskShield. Mit Einblicken in unsere Produktstrategie, Live-Demonstrationen und praxisorientierten Deep Dives zeigten wir, wie technologische Innovationen dabei helfen können, auf neue Herausforderungen zu reagieren und gleichzeitig die tägliche Arbeit zu erleichtern.

Über alle Themen hinweg kristallisierten sich drei zentrale Aspekte heraus: Kontext, Zusammenarbeit und Transparenz.

Sie führen zu einer gemeinsamen Schlussfolgerung: Die wirksame Bekämpfung von Finanzkriminalität ist nicht allein eine Frage größerer Datenmengen oder leistungsfähigerer Technologien. Entscheidend ist, Informationen, Fachwissen und unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, um fundiertere Entscheidungen treffen zu können.

Beyond Borders heißt auch, Menschen zusammenzubringen 

Doch unser Networking Event hat noch eine andere Seite, die mindestens genauso wichtig ist wie die fachlichen Themen auf der Agenda.

Über die Jahre hat die Veranstaltung beinahe den Charakter eines Klassentreffens entwickelt. Viele Teilnehmer sind regelmäßig dabei, und die Freude über das Wiedersehen ist jedes Mal groß. Gespräche werden dort fortgesetzt, wo sie beim letzten Mal aufgehört haben, Erfahrungen werden ausgetauscht und bestehende Beziehungen weiter vertieft.

Gleichzeitig kommen bei jeder Ausgabe neue Gesichter hinzu. Manche nehmen zum ersten Mal teil, andere kennen wir bereits aus gemeinsamen Projekten, Videokonferenzen oder früheren Gesprächen und treffen sie hier endlich persönlich.

Und genau das macht einen besonderen Reiz der Veranstaltung aus: Auch wer zum ersten Mal dabei ist, findet schnell Anschluss und wird Teil der Gemeinschaft.

Ein Teilnehmer brachte es treffend auf den Punkt:

„Es ist schön, bekannte Gesichter wiederzusehen und gleichzeitig mitzuerleben, wie die Community wächst. Man lernt immer wieder etwas Neues voneinander.“

Besser lässt sich die Atmosphäre dieser beiden Tage kaum beschreiben.

Natürlich sind Vorträge, Demos und Workshops wichtige Bestandteile des Programms. Doch häufig sind es die Gespräche dazwischen, die besonders in Erinnerung bleiben. Der spontane Austausch bei einer Tasse Kaffee, Diskussionen, die beim Abendessen weitergeführt werden, oder die Erkenntnis, dass jemand aus einem anderen Unternehmen vor ganz ähnlichen Herausforderungen steht wie man selbst.

In solchen Momenten werden aus beruflichen Kontakten persönliche Verbindungen und aus dem Erfahrungsaustausch entsteht echte Zusammenarbeit.

Vielleicht ist es genau das, was unser Networking Event von einer klassischen Fachkonferenz unterscheidet. Hier geht es nicht nur darum, Experten zuzuhören. Es geht darum, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der jeder wertvolle Erfahrungen und Perspektiven einbringen kann.

Der Austausch geht auch nach Vaals weiter

Nach zwei Tagen voller Diskussionen, neuer Erkenntnisse und persönlicher Begegnungen wurde eines besonders deutlich: Unser Motto stand für weit mehr als das Überwinden geografischer Grenzen.

Es ging darum, Brücken zu schlagen: zwischen Informationen und deren Verständnis, zwischen Technologien und den Menschen, die sie einsetzen, und zwischen Menschen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, diese aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

Genau dieser Austausch macht unser Networking Event so wertvoll.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die in Vaals dabei waren, ihre Erfahrungen geteilt, neue Denkanstöße gegeben und zur offenen, herzlichen Atmosphäre beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt unseren externen Referenten Dr. Anastasia Kotowski, Regis Dwaalster, Eward Driehuis und Matteo Treggia sowie unserem unterstützenden Sponsor ThreatFabric.

Vaals liegt inzwischen wieder hinter uns. Die Gespräche, Ideen und Beziehungen aber bleiben und entwickeln sich weiter.

Denn Finanzkriminalität kennt keine Grenzen. Unser Austausch darüber, wie wir sie bekämpfen, sollte es ebenso wenig.

ÜBER UNSERE EXPERT:INNEN

Tyrone Castelanelli

Tyrone Castelanelli

Senior MarComms Manager | Risk & Fraud

Tyrone Castelanelli arbeitet seit April 2022 bei INFORM und ist Teil des Marketingteams der Abteilung Risk & Fraud. Tyrone hat sich auf Marketingkommunikation spezialisiert und verfügt über mehr als 18 Jahre Erfahrung in drei Technologieunternehmen.