30.09.2026 Zdravka Ley
ShareMaterial muss aus dem Lager an die Montagelinie. Ein Transportauftrag entsteht, ein Fahrzeug übernimmt ihn und bringt das Material ans Ziel. Ein einfacher Transport von A nach B.
Doch schon bei diesem scheinbar einfachen Prozess stellen sich zahlreiche Fragen: Welches Fahrzeug eignet sich für den Transport? Welche konkrete Ressource soll den Auftrag übernehmen? Welche Priorität hat der Auftrag? Lässt er sich mit einem weiteren Transportauftrag kombinieren? Und was passiert, wenn sich die Situation zwischenzeitlich ändert?
Was in einem Werk nach festen Regeln abläuft, kann in einem anderen ganz anders organisiert sein. Genau hier stellt sich eine zentrale Frage bei der Einführung eines Transportleitsystems: Wie viel Individualisierung braucht die Intralogistik wirklich?
Warum Transportprozesse individuell sind
Der grundlegende Ablauf eines innerbetrieblichen Transports ist in vielen Unternehmen ähnlich: Material wird an einem Ausgangspunkt von einem Fahrzeug aufgenommen und zu einem definierten Ziel gebracht. Was sich unterscheidet, sind die Bedingungen und Regeln, nach denen dieser Transport ausgeführt wird.
Prioritäten, Transportarten und verfügbare Ressourcen gehören ebenso dazu wie Fahrwege, Kapazitäten oder einzelne Prozessschritte. Auch die bestehende IT-Landschaft prägt den Ablauf, etwa wenn Transportaufträge aus übergeordneten Systemen wie ERP oder WMS übernommen oder Statusinformationen zurückgemeldet werden.
So wird aus einem vermeintlich einfachen Transport von A nach B ein unternehmens- und standortspezifischer Prozess. Individuell ist damit zunächst der Prozess, nicht zwangsläufig die Software, die ihn steuert.
Wie individuell muss ein Standard-Transportleitsystem sein?
Viele dieser individuellen Anforderungen lassen sich heute innerhalb eines standardisierten Transportleitsystems über Konfiguration abbilden.
Die grundlegenden Funktionen sind bereits vorhanden: von der Erfassung und Disposition der Transportaufträge über deren Ausführung bis zur Rückmeldung an angebundene Systeme. Wie ein konkreter Transportprozess abläuft, welche Regeln gelten und welche Ressourcen eingesetzt werden können, lässt sich innerhalb dieses Rahmens an die jeweiligen Anforderungen anpassen.
Damit entsteht ein Mittelweg zwischen starren Standardprozessen und individueller Softwareentwicklung. Die technische Basis ist standardisiert, die logistischen Prozesse bleiben flexibel konfigurierbar.
Erst wenn Anforderungen über diese Möglichkeiten hinausgehen, kann eine individuelle Erweiterung der Software notwendig sein.
Warum Konfiguration Flexibilität schafft
Dieser Ansatz wirkt sich vor allem auf die Einführung und den späteren Betrieb aus. Statt zahlreiche Anforderungen individuell zu entwickeln, werden die benötigten Prozesse auf einer bestehenden technischen Basis konfiguriert.
Das reduziert deutlich den Projektaufwand und beschleunigt die Inbetriebnahme. Gleichzeitig bleiben Unternehmen flexibel: Ändern sich Prozesse oder kommen neue Anforderungen hinzu, können diese angepasst werden, ohne dass daraus jedes Mal ein neues Erweiterungsprojekt entsteht.
Auch Kosten und Aufwand werden dadurch besser planbar. Bei einem SaaS-Modell entfällt zudem der Betrieb einer eigenen Infrastruktur. Der Fokus verschiebt sich damit von der Entwicklung individuellen Software hin zur eigentlichen Aufgabe: die eigenen Transportprozesse effizient zu steuern und zu optimieren.
Wo Standardisierung an ihre Grenzen kommt
Wie viel Individualisierung ein Transportleitsystem braucht, hängt von den Prozessen und Anforderungen des jeweiligen Unternehmens ab. Lassen sich diese durch Konfiguration abbilden, kann eine standardisierte Lösung die notwendige Flexibilität bieten, ohne daraus ein umfangreiches Individualprojekt zu machen.
Genau diesen Ansatz verfolgt SYNCROTESS in der Edition FLEX. Diese Edition verbindet eine standardisierte technische Basis mit konfigurierbaren Logistikprozessen. Unternehmen können ihre spezifischen Abläufe abbilden, ohne für jede Anforderung in eine individuelle Programmierung zu gehen.
Wo die Anforderungen darüber hinausgehen, bietet SYNCROTESS auch Möglichkeiten für einen höheren Individualisierungsgrad. So richtet sich die Lösung nach dem tatsächlichen Bedarf der Transportprozesse und nicht umgekehrt.
So viel Standard wie möglich, so individuell wie nötig
Welche Anforderungen lassen sich im Standard abbilden und wo ist eine individuelle Lösung sinnvoll? Unsere Experten analysieren gemeinsam mit Ihnen Ihre Transportprozesse und zeigen, welcher Ansatz zu Ihren Anforderungen passt.
FAQ
Welche Prozesse lassen sich in einem Transportleitsystem konfigurieren?
In der SYNCROTESS Edition FLEX lassen sich beispielsweise Regeln für Transportaufträge, Prioritäten, Transportarten, Ressourcen und einzelne Prozessschritte konfigurieren. Auch die Übernahme von Aufträgen aus übergeordneten Systemen und die Rückmeldung von Statusinformationen können Bestandteil der Prozesse sein. Dadurch lassen sich unterschiedliche Abläufe abbilden, ohne für jede Besonderheit eine individuelle Softwareentwicklung zu benötigen.
Welche Probleme löst ein Transportleitsystem in der Intralogistik?
Ein Transportleitsystem unterstützt Unternehmen dabei, innerbetriebliche Transporte effizient und zuverlässig zu steuern. Statt Transporte manuell auf Zuruf oder über Excel zu organisieren, werden Aufträge und Ressourcen zentral koordiniert. Das reduziert manuellen Dispositionsaufwand, Leer- und Suchfahrten und schafft Transparenz. Gleichzeitig trägt die bedarfsgerechte Steuerung dazu bei, Material rechtzeitig bereitzustellen und die Produktionsversorgung sicherzustellen.
Wie priorisiert und verteilt ein Transportleitsystem Transportaufträge automatisch?
Ein Transportleitsystem bewertet anstehende Transportaufträge und verfügbare Ressourcen kontinuierlich anhand definierter Kriterien. Dazu gehören beispielsweise Priorität und Termin eines Auftrags, Transportart, Kapazität, Eignung und aktuelle Position der Ressourcen sowie bereits geplante Aufgaben.
Auf dieser Basis entscheidet das System, welcher Auftrag wann von welcher Ressource ausgeführt wird. Ändern sich Prioritäten, kommen neue Aufträge hinzu oder ist eine Ressource nicht verfügbar, wird die Situation neu bewertet und die Steuerung entsprechend angepasst. So werden Transportaufträge bedarfsgerecht ausgeführt und vorhandene Ressourcen effizient eingesetzt.
ÜBER UNSERE EXPERT:INNEN

Zdravka Ley
Marketing Manager
Zdravka Ley arbeitet seit 2002 als Marketing Manager bei INFORM und beschäftigt sich mit Themen rund um die Optimierung und Nachhaltigkeit der Lieferlogistik und der innerbetrieblichen Transportlogistik.
