Ferrovalle und INFORM schließen Partnerschaft zur Förderung KI-gestützter intermodaler Prozess in Mexico-City
15.09.2026
Die Plattform „Syncrotess Optimization Plus“ von INFORM wird eine bedeutende Automatisierungsinitiative für den „Smart Yard“ am führenden lateinamerikanischen Binnen-Güterverkehrsknotenpunkt bei Ferrovalle Intermodal in Mexiko-Stadt vorantreiben. Die Optimierungssoftware wird den Hof-, Equipment- und Zugbetrieb in zwei Betriebsbereichen unterstützen und dabei mit dem bestehenden internen Terminal Operating System (TOS) von Ferrovalle zusammenarbeiten. Die Inbetriebnahme ist für Juni 2027 geplant.

(Bildquelle: Ferrovalle Intermodal).
INFORM, ein weltweit führender Anbieter von KI-gestützter Logistik- und Betriebsoptimierung, gab heute bekannt, dass Ferrovalle sich für die Software „Syncrotess Optimization Plus“ entschieden hat, um eine groß angelegte „Smart Yard“-Initiative in Mexico-City voranzutreiben. Ferrovalle betreibt einen der wichtigsten Schienengüterverkehrsknotenpunkte Mexikos und bietet zentrale Transporte auf der letzten Meile durch das Tal von Mexiko. Der intermodale Geschäftsbereich des Unternehmens schlug im Jahr 2025 rund 550.000 TEU um und ist damit einer der größten intermodalen Binnenbetriebe Lateinamerikas.
Automatisierung auf jeder Ebene
Mit seinem „Smart Yard“-Projekt dehnt Ferrovalle seine Automatisierung weiter auf den Terminalbetrieb aus. Die Planung der Containerlagerung, des Geräteeinsatzes sowie des Be- und Entladens von Zügen stützt sich derzeit noch in erheblichem Maße auf manuelle Kriterien und die Erfahrung der Disponenten. „Syncrotess Optimization Plus“ wird Betriebsdaten aus den bestehenden Systemen von Ferrovalle nutzen, um eine größere betriebliche Transparenz zu schaffen und koordinierte, kontinuierlich aktualisierte Empfehlungen zu generieren.
„Smart Yard stellt einen wichtigen nächsten Schritt in der digitalen Transformation von Ferrovalle und in unserer Vision für die Zukunft des intermodalen Betriebs dar“, sagte Francisco Fabila, Geschäftsführer von Ferrovalle. „Unser Ziel ist klar: Jeder Zug, jeder Waggon, jeder Container und jeder Lkw, der unseren Betrieb durchläuft, soll in Echtzeit digital sichtbar sein – unterstützt durch automatisierte Datenerfassung, fortschrittliche Analysen und KI-gestützte Entscheidungshilfen von INFORM. Durch die Integration dieser Funktionen in unser bestehendes digitales Ökosystem geben wir unseren Teams bessere Werkzeuge an die Hand, um effizienter, konsistenter und sicherer zu arbeiten. Letztendlich ist Technologie kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um einen besser vorhersehbaren, zuverlässigeren und kundenorientierteren Service zu bieten.“
Die Lösung kombiniert den „Yard Optimizer“, den „Crane Optimizer“, den „Vehicle Optimizer“ und den „Train Load Optimizer“ von INFORM. Die zunächst optimierte Flotte umfasst acht RTG-Kräne, vier Reachstacker und 14 Terminal-Traktoren. Ferrovalle zielt darauf ab, den Durchsatz der Ausrüstung zu steigern, den Anteil der abrechnungsfähigen Bewegungen am gesamten Umschlagvolumen zu verbessern und definierte Service-Level-Ziele für den Lkw-Umschlag sowie das Be- und Entladen von Zügen zu erreichen.
Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist seine hybride Architektur. Anstatt das intern von Ferrovalle entwickelte TOS zu ersetzen, wird „Syncrotess Optimization Plus“ als zusätzliche Optimierungsebene fungieren und Daten zu Wagenreihung, Zugbeladeplänen, Containerstatus, zollrelevanten Informationensowie betriebliche Aktualisierungen austauschen.
Optimierung in einem komplexen Zollumfeld
Das Projekt umfasst zwei spezifische Lagerbereiche: einen verzollten Bereich und einen Bereich unter Zollkontrolle. Die Optimierung muss sowohl diese Unterscheidung als auch die unterschiedlichen Prozesse für Seefracht- und grenzüberschreitende Container berücksichtigen.
Spezielle Inspektions- und Verladebereiche werden durch automatisierte Traktorzuweisungen und den Statusaustausch mit dem TOS von Ferrovalle in den Arbeitsablauf integriert. Darüber hinaus ermöglicht die Integration in das Equipment Control System (ECS) des Terminals eine automatische Gewichtsüberprüfung während routinemäßiger Kranungen, wodurch separate Wiegevorgänge entfallen und der Frachtfluss aufrechterhalten wird.
Die Zollabfertigung wird direkt in die operativen Entscheidungsprozesse eingebunden. Bevor „Syncrotess Optimization Plus“ einen Container zur Zugbeladung zuweist, bestätigt das TOS von Ferrovalle, dass die erforderlichen Zoll- und Dokumentationsfreigaben erteilt wurden. Nur abgefertigte Container können zur Beladung freigegeben werden.
„Ferrovalle verfügt bereits über eine hochentwickelte digitale Infrastruktur, daher geht es bei diesem Projekt nicht darum, bestehende Systeme zu ersetzen“, sagte Dr. Eva Savelsberg, Bereichsleiterin Terminal & Distribution Center Logistics bei INFORM. „Die Aufgabe besteht darin, die verfügbaren Daten mit intelligenter Optimierung zu verknüpfen und Entscheidungen über den Hof-, Equipment- und Zugbetrieb hinweg zu koordinieren.“
Um intermodale Bahnumschläge weiter zu rationalisieren, wird der „Train Load Optimizer“ zusätzlich einen Planungsprozess automatisieren, der derzeit weitgehend manuell erfolgt. Er erstellt optimierte Zugbeladepläne auf der Grundlage verfügbarer Container, Wagenreihung, betrieblicher Einschränkungen und des Freigabestatus. Die Planer behalten die Möglichkeit, die vorgeschlagenen Pläne bei Bedarf zu überprüfen und anzupassen.
Der Vertrag wurde Anfang September 2026 unterzeichnet, die Inbetriebnahme ist etwa neun Monate später, im Juni 2027, geplant.