Siemens Energy steuert Werksverkehr mit KI-gestützter Software von INFORM
13.10.2026
Rund 8.000 interne Transportaufträge pro Monat koordiniert Siemens Energy am Standort Berlin mit dem Intralogistik Management System SYNCROTESS von INFORM. Die KI-gestützte Software macht Materialbewegungen im internen Werksverkehr durchgängig sichtbar, reduziert Suchaufwand und stabilisiert den Materialfluss im Tagesgeschäft.

Intelligente Steuerung interner Materialtransporte bei Siemens Energy in Berlin-Moabit mit SYNCROTESS von INFORM (Bildquelle: Siemens Energy).
Siemens Energy zählt weltweit zu den führenden Unternehmen der Energietechnologie. Am Standort Berlin-Moabit produziert, bearbeitet und setzt das Unternehmen große Gasturbinen für den Weltmarkt instand. Dabei werden verschiedenste Materialien und Bauteile bewegt, von Kleinteilen und Paletten über Lkw-Trailer bis hin zu großformatigen Komponenten und Schwerteilen für das Gasturbinenumfeld. Um den wachsenden Anforderungen in der Intralogistik gerecht zu werden und Materialbewegungen besser sichtbar zu machen, hat sich das Unternehmen für das Intralogistik-Management-System SYNCROTESS des Aachener Softwareunternehmens INFORM entschieden. Die Software bündelt die rund 8.000 monatlichen Transportaufträge in einer zentralen Steuerungsplattform, bewertet die aktuelle Transportsituation in Echtzeit und berechnet Abwicklungsreihenfolgen für Stapler, E-Karren, 20-Tonnen-Frontstapler, Trailer und weitere Fördermittel.
Transparenz über alle Prozessschritte
Seit der Einführung der Software sind die Suchzeiten im internen Transport auf ein Minimum gesunken, zugleich haben sich die Abläufe im Tagesgeschäft spürbar stabilisiert. „Früher hatten wir viele Rückfragen und Abstimmungsschleifen“, sagt Sven Burr, Logistikkoordinator bei Siemens Energy. „Heute sind die Informationen zentral verfügbar, das nimmt spürbar Druck aus dem Tagesgeschäft.“ Durch die bessere Planbarkeit konnten zudem Fuhrpark- und Fahrkapazitäten gezielter eingesetzt und dort reduziert werden, wo es im Tagesgeschäft sinnvoll war. Der praktische Nutzen zeigte sich auch in der Akzeptanz der Teams. „Sobald die Teams gesehen haben, dass ihnen die intelligente Steuerung die Arbeit spürbar erleichtert, war die Zustimmung schnell da“, so Burr.
Inzwischen ist das Intralogistik Management System am Berliner Standort in ein standortübergreifendes Transportnetz eingebunden. Unter anderem sind Außenstandorte in Falkensee, Ludwigsfelde, Schenkendorf und Köpenick angebunden. „Über SYNCROTESS haben wir die Kette durchgängig im Blick. Wir sehen genau, welche Aufträge offen sind und wo Material und Fahrzeuge im Prozess stehen“, sagt Bastian Richter, Logistikkoordinator bei Siemens Energy. Aktuell testet Siemens Energy die mehrstufige Steuerung bis direkt an den Maschinenstand der Endmontage. Ziel ist es, die Versorgung noch planbarer zu machen und unnötige Vorzieheffekte zu reduzieren. Material soll also möglichst bedarfsgerecht dort bereitstehen, wo es benötigt wird. „Die Versorgung bis zur Endmontage ist für uns die Königsdisziplin“, fasst Richter zusammen. Auch Nürnberg und Mülheim arbeiten inzwischen mit SYNCROTESS und bauen dabei auf den Erfahrungen aus Berlin auf.
Planung ab dem Werkstor
Um darüber hinaus auch den externen Lkw-Zulauf früher sichtbar zu machen und Kapazitäten im Werk besser zu planen, führt Siemens Energy derzeit die Yard Management Software SYNCROSUPPLY von INFORM ein. Gestartet wurde am Außenstandort Falkensee, an dem im Schnitt rund 40 bis 50 Anfahrten pro Tag registriert werden. „Unser Ziel ist, dass wir nicht erst reagieren, wenn der Lkw schon auf dem Hof steht. Wir wollen den Zulauf früh sehen und im Werk rechtzeitig die passenden Kapazitäten bereitstellen“, sagt Burr. Im Idealfall sei der Transport angekündigt und der Staplerfahrer stehe bereit, damit direkt entladen werden könne. Die Yard-Management Software unterstützt sowohl die Buchung und Planung von Zeitfenstern für eingehende Lkw als auch die optimierte Zuweisung an die passende Rampe. Speditionen kündigen ihre Fahrten über ein webbasiertes Portal an, übermitteln Frachtinformationen und buchen ein Zeitfenster. Wer kurzfristig an der Pforte erscheint, erhält vor Ort einen Slot.