Coca-Cola HBC Österreich automatisiert Yard Management mit INFORM
19.02.2026
Am Coca-Cola HBC Standort im österreichischen Edelstal steuert die intelligente Software SYNCROSUPPLY von INFORM den gesamten Lkw-Verkehr vom Check-in bis zur Ausfahrt nahezu vollständig automatisiert. Seit der Einführung sank die Durchlaufzeit der Lkw um 45 Prozent, die Termintreue stieg auf 85 Prozent. Das Projekt wurde 2021 mit dem Österreichischen Logistikpreis ausgezeichnet und dient heute als Best Practice innerhalb der Coca-Cola Hellenic Beverage Company (HBC). Mehrere internationale Standorte haben die Lösung inzwischen erfolgreich ausgerollt.

Optimierte Lkw-Abfertigung bei Coca-Cola HBC Österreich in Edelstal durch intelligente Yard Management Software (Bildquelle: Coca-Cola HBC Österreich).
Am burgenländischen Standort Edelstal produziert Coca-Cola HBC Österreich als lokaler Abfüllpartner der The Coca-Cola Company rund 83 Prozent der für den österreichischen Markt bestimmten Getränke. Bis zu 90.000 Dosen pro Stunde werden dort abgefüllt, verpackt und für den Weitertransport vorbereitet. Entsprechend hoch ist das Verkehrsaufkommen. Im Schnitt passieren rund 140 Lkw täglich das Werkstor, in saisonalen Spitzenzeiten sogar bis zu 200. Vor diesem Hintergrund entschied sich Coca-Cola HBC Österreich, die Abläufe im Werksverkehr grundlegend zu modernisieren. Neben einer besseren Planung der Ankunftszeiten sollten alle Bewegungen auf dem Gelände transparent abgebildet und aktiv gesteuert werden, um Kapazitäten effizienter auszulasten und Wartezeiten deutlich zu reduzieren.
Durchlaufzeit reduziert, Termintreue gesteigert
„Früher verfügten wir lediglich über grundlegende Informationen wie beispielsweise die Ankunft, Beladung oder Abfahrt des LKW. Eine Nachverfolgung war nur mit hohem manuellem Aufwand möglich“, sagt Thomas Franz Topf, Warehouse Manager bei Coca-Cola HBC Österreich. „Heute haben wir vollständige Transparenz über den gesamten Prozess und sehen auf einen Blick, ob ein Lkw pünktlich beladen wird oder wo es zu Verzögerungen kommt.“ Möglich wird das durch die intelligente Yard Management Software SYNCROSUPPLY des Aachener Softwareunternehmens INFORM. Sie kombiniert ein digitales Zeitfenstermanagement mit einer intelligenten Steuerung des Yard Managements und ermöglicht damit eine nahezu vollautomatisierte Abwicklung sämtlicher Lkw-Bewegungen auf dem Werksgelände. Anfangs noch on-premise betrieben, wurde sie inzwischen in eine vollständige Cloud-Infrastruktur überführt. Seit Projektstart sank die Gate-to-Gate-Zeit um rund 45 Prozent, zugleich stieg die Termintreue auf 85 Prozent.
Über ein zentrales Buchungsportal planen Spediteure ressourcenbasiert ihre Anlieferungen und verwalten bei Bedarf mehrere Zeitfenster gebündelt. Die Vergabe orientiert sich an den realen Kapazitäten vor Ort und berücksichtigt automatisch Faktoren wie voraussichtliche Ankunftszeit, verfügbares Personal und Stapler sowie Transportprioritäten. Gleichzeitig behalten die Mitarbeitenden im Werk jederzeit den Überblick über aktuelle und erwartete Lkw. Darüber hinaus steuert die Software den gesamten Lkw-Durchlauf von der Einfahrt über das Wiegen bis zur Be- und Entladung an der Rampe und passt die Planung bei Abweichungen wie Verspätungen oder belegten Ladezonen automatisch an. Eine Fahrer-App unterstützt den Prozess zusätzlich und ermöglicht den Pre-Self-Check-in vorab oder am Terminal, sendet die Einfahrtfreigabe direkt aufs Gerät und navigiert zur richtigen Position auf dem Gelände. Über Schnittstellen sind zudem Schranken, Waagen und Erkennungssysteme integriert. Ebenso wurden angepasste Abläufe für erste E-Lkw entwickelt, die direkt an der Ladesäule be- und entladen werden können.
Edelstal als Vorbild für weitere Standorte
Im gesamten Unternehmen gilt die Umsetzung in Edelstal als Vorzeigeprojekt für Industrie 4.0. und diente als Blaupause für weitere Rollouts. Inzwischen ist die Software auch an Standorten in Rumänien, Tschechien, Italien und Serbien im Einsatz. Weitere Implementierungen sind in Griechenland und der Schweiz geplant. Da sich das System flexibel an standortspezifische Prozesse anpassen lässt, nutzen die Werke je nach Bedarf einzelne Funktionen wie die Zeitfensterbuchung oder einen erweiterten Umfang. Derzeit arbeitet Coca-Cola HBC Österreich an der Integration eines digitalen Zwillings, der künftig direkt mit SAP verknüpft wird und die Steuerung der Abläufe noch vorausschauender gestalten soll. Parallel dazu führt das Werk im italienischen Nogara mit SYNCROTESS künftig ein intelligentes Transportleitsystem ein, das auch die innerbetrieblichen Fahrbewegungen im Werk effizienter und transparenter steuern soll.